Triggit

... die nebensächlichste Hauptsache der Welt.

Freitag, Februar 16, 2007

Verwaltung des Nichts

Martin Walser schlägt wieder zu.
In der Produktbeschreibung von Amazon liest sich das so:

In siebzehn thematisch eng verknüpften Aufsätzen resümiert Martin Walser seine Position als Schriftsteller heute: eine philosophische, künstlerische und gesellschaftliche Standortbestimmung, die in ihrer Erkenntnisschärfe, unbestechlichen Wahrnehmung und stilistischen Schönheit ihresgleichen sucht. «Wenn ich mit Sprache zu tun habe, bin ich beschäftigt mit der Verwaltung des Nichts. Meine Arbeit: Etwas so schön sagen, wie es nicht ist.»


Das regt meine Fantasie an. Wozu braucht Martin Walser 17 Aufsätze, um seine Position als Schriftsteller darzulegen? Zugegeben, wenn man sonst nichts zu tun hat, ausser eben nichts, aber auch gleichzeitig nichts besser kann, als nichts, ist es wohl am besten, 17 Aufsätze darüber zu schreiben.

Einmal abgesehen davon, dass die Position eines Schriftstellers nicht durch ihn selbst festgelegt werden kann. Einmal abgesehen von dem Umstand, dass Beliebigkeit keine Standortbezeichnung ist.
Einmal abgesehen davon, dass es immer noch eine Unzahl von Schulpflichtigen gibt, denen die Lust auf Literatur vermittels Walser'schem (unfreiwilligen) Zutun verdorben wird.

Walsers vermeintlich zur Schau getragene Selbstunterschätzung beweist, dass es möglich sein muss, von nichts zu leben.
Und das, liebe Freunde des Frühlingserwachen, meint der Volksmund wenn er sagt "ich hab doch keinen Geldscheisser."

Martin Walser schon.

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